Würdigung vom Magazin „Der Feinschmecker“

28. Februar 2017 – WO

Zum dritten Mal ist das Bühler Unternehmen Peters gute Backstube vom Fachmagazin „Der Feinschmecker“ ausgezeichnet worden. Dieses widmete sich den 500 besten Bäckereien in Deutschland, die sich noch auf die handwerkliche Kunst des Brotbackens verstehen. „Als Meisterbetriebe mit Leib und Seele“ bezeichnet die Feinschmeckerredaktion ihre prämierten Bäcker von Bayern bis zur Ostsee. Gelobt wird die Leidenschaft, mit der gebacken wird, die Bewahrung von Traditionen und damit der Verzicht auf Fertigmischungen und chemische Hilfsmittel. Für ihre Recherchen prüften über 20 Redaktionsmitarbeiter gut 900 empfohlene Adressen, darunter die Peter-Filiale in Baden-Baden. Beeindruckt war die Feinschmeckerredaktion davon, dass die Inhaber Bernhard Peter und Bruno Ketterer trotz kontinuierlichen Expandierens ihrer Philosophie treu geblieben seien und sich auf bekömmliche Produkte aus natürlichen Inhaltsstoffen konzentrierten.

„Peters gute Backstube“ ohne Peter

1. März 2017 – Badisches Tagblatt

Geschäftsführer Bernhard Peter zieht sich zurück / Bruno Ketterer übernimmt Anteile

 

Von Holger Siebnich

 

Bühl -Es ist eine Zäsur, aber Bernhard Peter ist dennoch im Reinen mit sich und der Entscheidung: Der Inhaber und Geschäftsführer von „Peters gute Backstube“ scheidet heute aus dem Unternehmen aus und übergibt seine Anteile an Bruno Ketterer, dem bislang 50 Prozent der GmbH gehörten. Damit endet eine Familientradition, die vor 186 Jahren mit einer Bäckerei in der Bühler Hauptstraße begonnen hatte.

 

Peter übernahm das Geschäft 1980 in fünfter Generation. Schon damals war ihm klar, dass er einen Expansionskurs einschlagen muss, um wirtschaftlich größere Brötchen zu backen. „Ich wollte einiges anders machen als mein Vater – ohne mit ihm deshalb im Clinch zu liegen“, erzählt Peter. Er eröffnete eine Filiale in Bühlertal, später kamen Geschäfte in Sinzheim und Baden-Baden hinzu.

 

Der große Umbruch begann allerdings erst 1990, als Bruno Ketterer zu dem Unternehmen stieß. „Mit ihm hatte ich den idealen Partner gefunden“, spricht Peter ihm ein großes Lob aus. Es folgte im selben Jahr der Bau einer ersten zentralen Produktionshalle im Industriegebiet in Vimbuch, der Startschuss für eine rasante Wachstumsphase. 1998 gründeten Peter und Ketterer als gleichberechtigte Gesellschafter und Geschäftsführer die „Peter’s gute Backstube GmbH & Co. KG“. Inzwischen betreibt das Unternehmen 51 Filialen in der Region zwischen Offenburg und Karlsruhe. Die Produktionsstätte in Vimbuch wurde zweimal erweitert.

 

Als Peter das Geschäft von seinem Vater übernahm, zählte es 18 Mitarbeiter. Inzwischen sind es über 600. Dabei gefällt dem scheidenden Chef das Wort „Mitarbeiter“ gar nicht, „das ist fast zu sachlich“, meint er. Er spricht lieber von Menschen. Der tägliche Umgang mit ihnen sei im Berufsleben seine größte Freude gewesen.

 

Den Abschied von der Belegschaft und vom Unternehmen bezeichnet Peter als „große persönliche Veränderung“, die aber gut sei. Für seinen Rückzug gebe es mehrere Gründe. In wenigen Tagen feiert er seinen 67. Geburtstag. Da sei es an der Zeit, die Verantwortung für Zukunftsentscheidungen in jüngere Hände zu geben. „Ich erfreue mich außerdem bester Gesundheit, das Leben bietet mir noch viele Möglichkeiten“, freut sich Peter auf mehr Zeit für Familie und seine Hobbys wie Musik, Schach und Sport. „Ich bin der Mensch, der den Bühler Jägerweg am öftesten gegangen ist“, sagt er über sich selbst mit einem Lachen.

 

Dass das Unternehmen bei Ketterer in guten Händen ist, daran hegt er keinen Zweifel: „Er ist der beste Mann, der das Geschäft weiterführen kann“, sagt er über den 56-Jährigen. Dieser sieht den künftigen Weg des Unternehmens weiterhin „als Produzent hochwertiger Lebensmittel in Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten“. Der gelernte Bäckermeister, der in den 90er Jahren ein Studium der Betriebswirtschaft draufsattelte, kommt regelrecht ins Schwärmen, wenn er dabei über Details wie das richtige Salz oder Bioland-Getreide spricht. Den Expansionskurs weiter so massiv voranzutreiben wie in den vergangenen 26 Jahren, schließt er dagegen aus. Der Aktionsradius des Unternehmens sei abgesteckt, Verschiebungen seien nur innerhalb dieses Rahmens zu erwarten.

 

Auch wenn die Ära Peter in dem Unternehmen ende – der Name „Peters gute Backstube“ stehe aber nicht zur Disposition und der Betrieb bleibe ein familiengeführtes Unternehmen. Diesem gehören auch Ketterers Ehefrau und sein Sohn an. Dass Peters Kinder sich beruflich anders orientiert haben und nicht in seine Fußstapfen treten, grämt den 66-Jährigen nicht, im Gegenteil: „Ich gewinne ein Stück Freiheit, die sogar noch größer ist, weil keines meiner Kinder meine Nachfolge übernimmt“, freut er sich auf die Zukunft.

Weizen und Emmer per Hand gesät

28. April 2017 – Badisches Tagblatt

Kinder-Projektfeld in Vimbuch

Bühl (red) – Woher kommt das Brot? Wie wächst das Getreide dafür? Diesen Fragen spüren Grundschüler auf dem Kinder-Projektfeld in Vimbuch unter dem Leitgedanken „Wir ernten, was wir säen“ praktisch nach. Dieser Tage brachten sie die Saat aus. Im Lauf der Saison werden sie das Wachsen, Reifen, Ernten, Mahlen und Brotbacken miterleben.

Das Projektfeld grenzt einer Pressemitteilung zufolge an die Backstube von „Peters guter Backstube“ in Vimbuch an. Hier trafen die 3a und 3b der Bühler Weststadt-Grundschule mit ihren Lehrern Sabine Bordießer und Heiko Axtmann ein. Die dritte Klasse der Grundschule Neuweier und deren Kooperationsklasse aus der Mooslandschule kamen hinzu, begleitet von den Lehrkräften Antje Bracht, Verena Stiebitz und Beate Gässler. Pädagogin Ute Matt mit weiteren Schülern der ersten bis dritten Klasse der Mooslandschule aus Ottersweier komplettierte die Runde. Schließlich bevölkerten 65 Kinder die Sitzbänke, die als „Open-Air-Klassenzimmer“ am Rande des Projektfelds aufgestellt waren.

Der geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens, Bruno Ketterer, erklärte die Aktion, die nun schon im sechsten Jahr läuft. Gesät wurden Weizen und Emmer, eine Sorte, die früher angebaut wurde und nun wieder ins Blickfeld rücke, wie aus der Mitteilung hervorgeht. „Ihr sät den Weizen und den Emmer als Bioland-Getreide“, so Ketterer. Nach der Saat werde weder gegen Unkraut gespritzt noch gedüngt. „Immer wieder wird es eure Aufgabe sein, euer Getreidefeld eigenhändig zu pflegen“, wandte sich Ketterer an die Kinder.

Heinrich Glaser und Leopold Lorenz zeigten den Mädchen und Jungen, wie Bauern früher von Hand Getreide gesät haben. Die beiden Mitglieder der Geschichtswerkstatt Fautenbach gingen ans Werk: Glaser füllte Weizenkörner in einen Jutesack zum Umhängen, Lorenz Emmerkörner in ein Blechwännchen mit Nackenriemen. Sie verstreuten in weit ausholenden Bewegungen die Samen auf die feine Ackerkrume.

In Sechser-Gruppen wanderten die Kinder übers Feld, verteilten aus Körbchen den Weizen auf die rechte und den Emmer auf die linke Hälfte des Ackers. Zum Schluss stellte jede Klasse an „ihrem“ Feld eine Tafel mit dem Klassennamen auf. Die Kinder, so heißt es abschließend, werden nach den Osterferien die Randstreifen mit Wildblumen einsäen. Auf dem Projektfeld solle zwar Getreide für die Menschen wachsen, aber drumherum solle für die Insekten, speziell die Bienen, Nahrhaftes geboten werden, so Ketterer.

Nikolaus verteilt Dambedeis

2. Dezember 2016 – ABB

30 Stände mit weihnachtlichen Waren und kulinarischen Angeboten locken in die Innenstadt
Kinderbackstube_Achern_2016
Nikolaus ist ein guter Mann, dem man nicht genug danken kann“. Daran werden die Kinder und Erwachsenen an diesem Samstag, 3. Dezember, erinnert, wenn Nikolaus und Knecht Ruprecht die Stadt und den Weihnachtsmarkt besuchen. Denn seit Jahren hat es sich „Achern aktiv“ zu seiner Aufgabe gemacht, Sankt Nikolaus in Erinnerung an jenen Nikolaus von Myra auftreten zu lassen, der sich vor über 1 600 Jahren für Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Frieden einsetzte und sein Vermögen mit den armen und notleidenden Menschen seiner Zeit zu teilen. Die vorweihnachtlichen Boten Nikolaus und Knecht Ruprecht fahren ab 11 Uhr mit der Pferdekutsche durch die Stadt und besuchen Geschäfte von „Achern aktiv“.
Lieder erklingen
Um 16.30 Uhr treffen sie auf dem Weihnachtsmarkt ein und künden von jenem guten Mann, der auch Schutzpatron von Achern ist und im Klauskirchel einen Ort gläubigen Gedenkens hat. Die Kinder dürfen Lieder und Gedichte passend zur Vorweihnachtszeit vorzutragen. Nikolaus öffnet den großen Gabensack und schenkt jedem Kind einen leckeren Dambedei aus der Weih
nachtsbäckerei von „Achern aktiv“. Zur guten Tradition gehört es auch, dass der Musikverein Fautenbach ab 16 Uhr den Besuch vom Nikolaus umrahmt und die Besucher mit weihnachtlichen Weisen auf die schönste Zeit des Jahres einstimmt.
In der Backstube …
Das Acherner Weihnachtsdorf mitten in Baden wurde am letzten Wochenende eröffnet, neu ist in diesem Jahr, dass der Markt drei Wochen dauert und über vier Wochenenden bis zum Sonntag 18. Dezember reicht. Während der Wochentage werden im vorderen Bereich des „Rathauses am Markt“ 30 Stände mit weihnachtlichen Waren und kulinarischen Angeboten anzutreffen sein, an den Wochenenden kommen von Freitag bis Sonntag weitere 18 Stände im hinteren Bereich des Marktplatzes dazu. Auch die „Esel-Krippe“ von „Dolle Frieders Hof“ befindet sich wieder auf dem Markt und ist besonders für die Kinder ein Anziehungspunkt. „In der Weihnachtsbäckerei, gibt es manche Leckerei“, lautet das Motto von Peter’s guter Backstube, die eine kleine Weihnachtsbäckerei eingerichtet hat.
Hier können die jüngsten Gäste mit fachlicher Anleitung ihre „Weihnachtsbrödle“ ganz nach ihren Vorstellungen backen und mit nach Hause nehmen.
Der Weihnachtsmarkt ist von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 16 bis 20 Uhr, freitags 16 bis 21 Uhr geöffnet, samstags von 10 bis 21 Uhr und sonntags von 12 bis 20 Uhr. Ein Service von „Achern aktiv“ ist, dass die Geschäfte an den Adventsamstagen extra lang geöffnet haben und alle Parkplätze wie an den Samstagen das Jahr über kostenlos bereit stehen. Während der gesamten Marktdauer wird es ein vorweihnachtliches Programm mit Musik, Gesang und Unterhaltung geben. Traditionell musizieren Klassen der Musik- und Kunstschule Achern/Oberkirch, auch Niklas Bohnert mit Band (2. Dezember, 18 Uhr), die Kultband „Catfish“ (10. Dezember, 18 Uhr) und „The King is alive – Elvis lebt mit Mario Schuh“ (14. Dezember, 18 und 19 Uhr sind dabei. Weitere Höhepunkte sind die Auftritte der Windecker Alphornbläser am 5. Dezember, um 18 Uhr, der Stadtkapelle Achern am 15. Dezember, um 18.30 Uhr sowie der Rostov-Kosaken am 8. und 16. Dezember jeweils um 19 Uhr.
Festlicher gesang
Am 17. Dezember, um 18 Uhr, präsentiert die Bühne 1 aus Bühl „Update – Weihnachten neu verpackt“ und am 18. Dezember gibt es um 15 Uhr ein weihnachtliches Singspiel der christlichen Gemeinde Sasbachried und Bühl, um 17 Uhr singt die Acherner Liedertafel. Der Flyer mit dem kompletten Programm ist über die Seite www.achern.de abrufbar. sp

Die Vorfreude auf das Fest steigt

9. Januar 2016 – ABB

Advent: Der Weihnachtsmarkt in Bühl ist noch bis zum 18. Dezember geöffnet
Kinderbackstube_Bühl_2016
Weihnachten naht mit Riesenschritten. Für den Handel ist die Adventszeit eine der wichtigsten Jahreszeiten. In Bühl finden Kunden alles, was sie brauchen, um ein schönes Fest zu feiern. Ob es nun um originelle Geschenke geht, um die schicke Festtagskleidung oder darum, wie zu Weihnachten die Festtafel wird und Leckeres serviert wird – da bleiben sicherlich keine Wünsche offen. Und wer auf seinen offenen Fragen zu diesen Themen selbst keine Antwort findet, kann auf das vertrauen, was die Bühler Händlerschaft besonders auszeichnet: „Beratung wird überall groß geschrieben“, betonen die Geschäftsinhaber. Zur Beratung gehört neben umfassendem Service vor allem auch das Geben von Tipps und Anregungen. Ob in der Buchhandlung, im Juweliergeschäft, im Modehaus oder Geschenkeladen – überall werden Geschenkideen präsentiert. Geschäfte rund um Haushalt und Kulinarischem halten besondere Küchenhelfer oder ausgewählte Spezialitäten bereit, mit denen die Feier unter dem Baum eine noch festlichere Note erhält.
Kunsthandwerker auf dem Adventsmarkt
Individuelle Geschenke und Dekorationsartikel für ein weihnachtliches Zuhause bietet zudem der Bühler Adventsmarkt, der noch bis einschließlich vierter Advent dauert. In der letzten Woche ziehen in einigen Stände Kunsthandwerker ein, um ihre eigenen selbst gefertigten Artikel zu präsentieren und zu verkaufen. Von selbst gedrechselten Unikaten wie Holzschalen über Holzschnitzarbeiten und Töpfereiware bis hin zu Puppenmöbel reicht die Palette. Auch diverse Handarbeiten, selbst gemachte Pralinen, Schmuck, Weihnachtskarten, aber auch Betonarbeiten und Bürsten zählen zum Angebot der Kunsthandwerker.
Auch auf der Lebkuchenbühne ist weiterhin viel Abwechslung mit Musikformationen, Impulsen und Vorträgen geboten. Immer freitags wird abends gerockt. Heute Abend wird die Band „Catfish“ erwartet. Die Band steht für „shakin’ Rock’n’Roll der 50er und swingin’ Beatmusik aus den Partykellern und Beatclubs der 60er“. Eine Woche später, am Freitag, 16. Dezember, spielt die Gruppe „Feldsalad“ Rockklassiker und deutsche Songs. Die Konzerte beginnen jeweils um 20 Uhr und dauern bis etwa 22 Uhr.
Besonders auch für Kinder wird auf dem Adventsmarkt viel geboten. Größter Beliebtheit erfreut sich täglich das Backzelt von Peters gute Backstube, in dem eigene Plätzchen gebacken werden können. Ein Höhepunkt erwartet die Kinder am morgigen Samstag, um 15.30 Uhr kommt der Bischof St. Nikolaus. jure

Doppeltes Glück

15. Dezember 2016 – Badisches Tagblatt

Sowohl die Gewinner, als auch die mit Spenden Bedachten profitieren vom Gewinnspiel

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Scheck für vier soziale Einrichtungen: Dem Kinderheim Alter Pflug in Leiberstung, dem DRK-Kreisverband, dem Kinderhaus Vimbuch und dem Kindergarten St. Bernhard in Vimbuch überreichten Bernhard Peter und Bruno Ketterer von „Peters gute Backstube“ dieser Tage einen Scheck über je 500 Euro. Das Geld stammt aus einem Gewinnspiel, das die Bäckerei an ihrem Tag der offenen Backstube durchgeführt hatte. Über 1000 Lose wurden an diesem Tag verkauft und gleichzeitig über 30 Preise verlost. Verlost wurden unter anderem E-Bikes für ein Wochenende, fünf Ballonfahrten sowie eine Kräuterwanderung. Auch Schwarzwälder Kirschtorte und Einkaufsgutscheine konnten gewonnen werden. Profitieren werden auch die Einrichtungen. Im Kinderheim Alter Pflug soll für die Flüchtlingskinder eine Tischtennisplatte beschafft werden. Das Kinderhaus Vimbuch will eine Puppenküche einrichten, der Kindergarten den Rollenspielbereich ausbauen, und das DRK verwendet den Betrag ebenfalls zur Förderung von Jugendlichen.

„Das ist die Zukunft“

21. September 2016 – ABB

Bargeldloses Zahlen auch von Kleinstbeträgen bei zunächst einer Filiale von „Peter’s gute Backstube“

Bezahlung per Handy nächster Schritt

Von unserer Mitarbeiterin Katrin König

STOLZ auf ihr Projekt, das bargeldfreies Einkaufen sogar in der Bäckerei möglich macht: Bruno Ketterer von „Peter’s gute Backstube“ sowie Frank König, Matthias Frietsch und Kurt Meier von der Sparkasse Bühl (von links, mit einer Angestellten und Kundin). Foto: König

STOLZ auf ihr Projekt, das bargeldfreies Einkaufen sogar in der Bäckerei möglich macht: Bruno Ketterer von „Peter’s gute Backstube“ sowie Frank König, Matthias Frietsch und Kurt Meier von der Sparkasse Bühl (von links, mit einer Angestellten und Kundin). Foto: König

Bühl. Noch heute Morgen, sagt Bruno Ketterer, habe ihm jemand erzählt, dass er beim Brötchenkauf zu früher Stunde nicht mit einem 100-Euro-Schein habe zahlen können. „Es gab nicht genug Wechselgeld.“ Diese Zeiten, so der geschäftsführende Gesellschafter von „Peter’s gute Backstube“ vergnügt, „sind bei uns jetzt vorbei“. Zumindest in der Filiale in der Eisenbahnstraße: Dort präsentierte Ketterer mit Vertretern der Sparkasse Bühl gestern das Kooperationsprojekt, im Zuge dessen in der Bäckerei am Stadtgarten künftig bargeldloses Zahlen möglich sein wird – auch, wenn es sich um Kleinstbeträge handelt. Zu diesem Zweck wurden laut Kurt Meier, Sparkassen-Experte für Electronic Banking, modernste Kartenterminals in der Filiale installiert.

Der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Bühl, Frank König, verdeutlicht: „Das neue, hoch entwickelte girogo-System für Beträge bis 25 Euro ermöglicht den Bezahlvorgang durch einfaches Scannen der Karte. Kartenstecken, Geheimzahl-Eingabe oder Unterschreiben entfällt.“ Die Karten könnten an Geldautomaten bis maximal 200 Euro aufgeladen werden, aber auch direkt beim Einzelhandel mit 35 Euro per Eingabe der PIN. Bei Kunden der Sparkasse Bühl sei das automatische Laden mit einem festen Betrag („Abo-Laden“) hinterlegt. Bezahlt werden könne natürlich auch mit „herkömmlichen“ Karten – oder weiterhin mit Bargeld.

„Peter’s gute Backstube“ indes setzt als eine der ersten Bäckereien bundesweit auf das moderne, kontaktlose Verfahren und seine Akzeptanz seitens der Kundschaft. „Es bedeutet für sie wie auch für unsere Mitarbeiter eine große Zeitersparnis“, betont Ketterer. „Zudem ist es deutlich hygienischer: Bargeld geht durch viele Hände.“ In der Gewissheit, dass Qualität und Service des Unternehmens auf diese Weise zukunftsweisend verbessert werden, habe „Peter’s gute Backstube“ den mit der Umstellung verbundenen Aufwand und entstehende Kosten nicht gescheut, blickt er auf mehrere Monate der Vorbereitung zurück, Schulungen von Bäckerei- wie auch Sparkassenmitarbeitern inklusive. „Auch Bargeld-Logistik kostet viel Geld“, relativiert er die Investitionen.  – offizieller Start des Verfahrens in der Filiale war der Schon der erste Tag  19. September – habe gezeigt, dass der Schritt in die richtige Richtung gehe. „Die Bereitschaft der Kunden, sich dieser Methode anzuschließen, war hoch: Über zehn Prozent zahlten spontan mit Karte.“

In der Aktionswoche, die noch bis 25. September läuft, werden Sparkassenteams in der Filiale die Kunden über die neue Option aufklären; als Anreiz für den Einkauf per Karte gibt es Brezelgutscheine. Weitere Filialen des Unternehmens sollen dem Pilotprojekt in Bühl bald folgen, etwa in Kehl und Baden-Baden.

Kurt Meier sagt zum bargeld- und kontaktlosen Zahlen: „Das ist die Zukunft.“ Der nächste Schritt werde sein, die Zahlung auch per Handy erledigen zu können. Laut Matthias Frietsch, zweiter Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bühl, sind die Terminals schon „für all diese Funktionen ausgerichtet“; die Nahfeldkommunikation (NFC) sei inzwischen Standard. Bei der Sparkasse etwa sei girogo auf allen Girocards integriert. In anderen Branchen, wo man weniger mit Centbeträgen rechnen müsse als in Bäckereien, werde die Zahlungsmethode inzwischen immer häufiger akzeptiert; das gelte auch für den Einzelhandel in Bühl.

Und Ketterer erwähnt noch weitere positive Aspekte der sukzessiven Umstellung: „Mit den Einbrüchen auf der Suche nach Bargeld wird es bald vorbei sein. Und falsch herausgeben können unsere Mitarbeiter bei dieser Methode auch nicht mehr.“

Alte Quarkschnecken sorgen für Aha-Effekt

16. Dezember 2015 – Badisches Tagblatt

In Oberachern hat sich der Vortagsladen von “Peters gute Backstube” etabliert / Brot besser durchgezogen

Achern (hei) – “Es geht tatsächlich um die Nachhaltigkeit. Das ist keine ausgedachte Marketingstrategie, denn wir wollen kein Schweinefutter produzieren, sondern einwandfreie Backwaren vom Vortag noch an den Kunden bringen.” Das sagt Elke Meier, Marketingleiterin bei “Peters gute Backstube” in Bühl. Drei der 51 Bäckerei-Filialen von Karlsruhe bis Offenburg sind Vortagsläden, wo fast nur am Tag davor produzierte Ware verkauft wird.

Pilotprojekt war laut Meier der Vortagsladen in Lichtental, am 23. Juli wurde Oberachern am bisherigen Standort in der Ortsmitte wiedereröffnet, zuletzt ging das dritte Geschäft in der Weststadt in Baden-Baden an den Start. Alle drei würden sehr gut angenommen, sagt Meier. In der Region Achern gebe es einen solchen Vortagsladen bisher nicht. Als “Peters” in Oberachern nach einer Umbauphase von frischen Backwaren auf Brot vom Vortag umstieg – das Geschäft hatte sowieso eine Sanierung nötig -, hatte Stammverkäuferin Diana Pfeifer in Oberachern einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten. Sie ist dort seit rund 19 Jahren beschäftigt, kennt viele Kunden seit langem. Mittlerweile wüssten aber fast alle, dass sie dort einen Tag alte Ware bekommen, die meist 50 Prozent reduziert oder zu Paketpreisen geschnürt ist. “Einer eher kritischen Bekannten habe ich neulich unsere Quarkschnecken vom Vortag serviert. Sie hat den Unterschied nicht herausgeschmeckt”, schildert Pfeifer den Aha-Effekt mancher Kunden. Brot schmecke einen Tag später oft gar noch besser, da es länger durchgezogen sei, sagt Meier. Brezeln sollte man allerdings frisch genießen. Die gibt es im Vortagsladen genauso wenig wie leicht Verderbliches, etwa Sahnetorte. Solche Produkte müssten tatsächlich entsorgt werden, dafür gebe es einen Container. Dessen Inhalt werde an Tiere verfüttert. Dort landet auch das, was im Vortagsladen nicht verkauft wird.

Bei 51 Läden, in denen der Kunde auch kurz vor Feierabend noch eine gewisse Auswahl erwarten könne, falle einiges an. “Wir arbeiten nach wie vor mit Tafelläden in der Region zusammen, so dass quasi nichts weggeschmissen wird”, unterstreicht Meier. Grundsätzlich greife das Bewusstsein, Lebensmittel nicht verschwenden zu wollen, immer mehr um sich. Meier schildert auch ein überwiegend positives Feedback der Kunden, zumal der Preis stimme. Generell sei abgelagertes Brot für die Ernährung viel verträglicher. In der Minderzahl blieben jene Kunden, die auf frische Ware bestünden, sich in E-Mails beschwerten und sich als minderwertige Kunden wähnten. Meier: “Einige Kunden gehen durch eine Umstellung auf Vortagsware verloren, dafür gewinnen wir andere hinzu.”

Die Vortagsware werde aus einem Filial-Umkreis von bis zu 15 Kilometern von einem Fahrer eingesammelt. Ein Kaufverhalten, das einen Nachhaltigkeitseffekt besitzt, hat Verkäuferin Pfeifer auch schon beobachtet: Manche Kunden kaufen einmal pro Woche die vergünstigten Brote auf Vorrat und frieren sie ein. Aufgebacken schmecken sie sowieso frisch.

„Das ist im Sinne unserer Gesellschaft“

17. Januar 2016 – ABB

„Peters gute Backstube“ bildet Gambier aus / Integration von Flüchtlingen liegt Betrieb am Herzen

Von unserer Mitarbeiterin Katrin König

Bühl. Abibea Manka (19) und Salian Diallo (26) sind Flüchtlinge aus Gambia – und absolvieren ihre Ausbildung bei „Peters guter Backstube“ in Bühl. Das ist, momentan, eine Geschichte wert – bald wird es Normalität sein: So sieht es Bernhard Peter, gemeinsam mit Bruno Ketterer Geschäftsführer des Unternehmens. Die beiden jungen Männer werden, wie jeder Azubi, die vier verschiedenen Abteilungen der Produktion durchlaufen, in der Grob-Bäckerei Brot backen, in der Konditorei Feingebäck. Parallel dazu besuchen sie die Berufsschule, die Louis-Lepoix-Schule in Baden-Baden. „I like it so much, I like it forever“ (Es gefällt mir so sehr, es wird mir immer gefallen), sagt Salian über seinen künftigen Beruf. Er weiß, dass er Glück hatte, einen so guten und zukunftsfähigen Ausbildungsplatz zu bekommen. Wie es dazu kam, erzählt Bruno Ketterer.

Die Integration von Flüchtlingen, sagt er, „liegt uns stark am Herzen“. Es sei ungemein wichtig, die Menschen aus der Fremde so schnell wie möglich auch ins deutsche Arbeitsleben einzubeziehen. „Wir wollen sie wirklich integrieren, nicht als billige Hilfsarbeiter einsetzen.“ Dem Handwerk mangele es generell an Nachwuchs; über arbeitswillige junge Leute wie Abibea und Salian könnten sich die Betriebe nur freuen. „Ihre Ausbildung ist in unserem Sinne, in ihrem Sinne und im Sinne der Gesellschaft.“ Die Idee, etwas für die Integration zu tun, „hatten wir bereits im Frühjahr“. Ein Problem sei die Gesetzgebung: „Die bürokratischen Auflagen, bis allein ein Praktikum genehmigt wird, sind hoch“, erklärt Dirk Striebel, Assistent der Geschäftsleitung und für die Vermittlung der Flüchtlinge verantwortlich. „Es gibt Verfahrensschritte, die man einhalten muss. Die Behörden hatten uns gesagt, dass es Monate dauern könne; am Ende ging es relativ schnell, bis Praktikum und Ausbildung unter Dach und Fach waren.“ Am besten seien bei solchen Prozessen „direkte Wege“ zu Verantwortlichen wie Mitarbeitern des Landratsamts. „Wir wollen ja nicht in der Schwarzarbeit landen.“

Für Vanessa Schaufler von der Personalabteilung wäre die zusätzliche Belastung kaum zu stemmen, gäbe es nicht ehrenamtliche Helfer. „Es waren letztlich Nachbarn der Gambier, die ihnen bei der Beschaffung der Papiere halfen“, so die junge Frau. Zum Netzwerk rund um die Integration der Flüchtlinge zähle auch der Verein „Aktivbrücke“ aus Baden-Baden. Die Arbeitsagentur wiederum sorge für Deutschnachhilfe, denn: Abibea hat zwar ein Jahr lang täglich einen Deutschkurs besucht, Salian zwei Mal wöchentlich. Beide unterhalten sich aber noch immer besser auf Englisch. „Und sie sollen sich mit ihren Mitarbeitern ja auch unterhalten können, eventuell im Verkauf arbeiten“, befindet Bernhard Peter.
Die gefährliche Flucht nach Europa, Aufenthalte in Italien und Belgien: Das alles haben Abibea und Salian nun hinter sich gelassen. Sie möchten ihre Ausbildung erfolgreich beenden, sich eine gemeinsame WG suchen – derzeit wohnen sie in einem Heim in Baden-Baden –, irgendwann Familie gründen.

„Ich wollte unbedingt nach Deutschland“, erzählt Salian, der immer ein freundlich-cooles Grinsen auf den Lippen hat. Und schiebt die Erklärung gleich hinterher: „Gute Qualität der Produkte, guter Fußball, Oliver Kahn“. Und die Menschen hier, befindet Abibea, seien sehr nett zu ihnen. „Wir fühlen uns wohl, die Arbeit macht Spaß.“ Das bestätigt Ausbildungsleiter Florian Puschmann: „Die beiden machen sich gut, sie sind fleißig und pünktlich – es passt.“ Den Weg der Integration von Flüchtlingen, resümiert Bernhard Peter, „werden wir an unserem Unternehmen konsequent weitergehen“.