”Müssen uns weiter anstrengen“

29. April 2018 – Badisches Tagblatt

Bühl – Vertreter von Politik und Wirtschaft waren sich bei der Eröffnung der 5. Bühler Leistungsschau unisono einig: „In Mittelbaden ist schon vieles richtig gut und in Bühl im Speziellen, aber wir müssen uns weiter anstrengen“, mahnte IHK-Präsident Wolfgang Grenke. Landrat Jürgen Bäuerle warnte vor einem „Zurücklehnen, denn Stillstand ist Rückschritt“.

 

Oberbürgermeister Hubert Schnurr schwärmte von den Stärken des Standortes Bühl, der durch eine gute Infrastruktur, ob kulturell, sozial, in Sachen Bildung oder eben der großen Wirtschaftskraft herausrage.

 

Immer wieder wiesen die Redner auf die Mentalität der Badener und ihre Schaffenskraft hin. „Die Menschen hier können Feste feiern, aber auch feste arbeiten“, betonte Landrat Bäuerle die Bedeutung der Identifikation mit den Betrieben. „Die Menschen sind mit Herzblut Lukianer, Boschler oder Sparkässler“, wandte sich Moderator Frank Stemmle an den Sparkassen-Vorsitzenden Frank König, dessen Institut das Rahmenprogramm auf der Bühne als Sponsor übernommen hatte. König wies auf den Wandel hin, den die Sparkasse in den letzten 164 Jahren genommen habe. „Wir sind Partner des Mittelstandes“, sagte er.

 

Als IHK-Präsident, als Berater von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, als Unternehmer, der aus einem ZweiMann-Betrieb ein weltweit agierendes Unternehmen mit 1300 Beschäftigten in 31 Ländern entwickelte, weiß Wolfgang Grenke, wovon er spricht. Der Ehrengast redete denn auch Tacheles: „Wir brauchen dringend den Ausbau mit Hochleistungs-Glasfasernetz, um Arbeitsabläufe zu verbessern und jungen Menschen die Chance zu geben, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln“. Neben der dringenden Unterstützung der Digitalisierung brauche es zudem Gewerbeflächen, die auch umweltverträglich sein müssten und ein gutes Straßennetz. Datenleitung und Mobilität lägen auch ihm am Herzen. Er appellierte er an den Bühler Gemeinderat, sich für den Autobahnanschluss des Baden-Airparks in Höhe von Sinzheim stark zu machen; nicht zuletzt, um den Verkehr auf dem Bühler Autobahnzubringer (L85) zu entlasten. Der Landkreis investiere 26 bis 28 Millionen Euro in den Ausbau des Glasfasernetzes. Weiter mahnte Bäuerle an: „Wir müssen was tun, um die jungen Menschen hier in der Region zu binden“.

 

Dass ein Standort wie Bühl dann attraktiv ist, wenn alles stimmig sei, davon ist OB Schnurr überzeugt. Der Blick in die Geschichte zeige, dass das gelungene Zusammenspiel der verschiedensten Standortfaktoren in Bühl schon lange funktioniere. Die erste Gewerbeschau fand bereits Ende des 19. Jahrhunderts statt. Bei der zweiten entstand der heutige Stadtgarten, damals finanziert von der Unternehmerfamilie Netter.

 

Und wie muss sich heute ein Unternehmen aufstellen, um national und international wettbewerbsfähig zu bleiben?, fragte Stemmle den Ehrengast Grenke. Seine Antwort war kurz, aber eindeutig: „Es braucht Fachkräfte“. Da sieht er durchaus noch Potenzial und verwies auf eine bessere Förderung und Einbindung von Frauen und Studienabbrechern. Ebenso müsse permanent auf Weiterbildung gesetzt werden. Es gelte, die eigenen Fähigkeiten weiterzuentwickeln und sich am Kunde zu orientieren. So lasse sich Wirtschaft erhalten und ausbauen, um somit Geschäfte zu generieren. Danach trug er sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

 

Zwetschgenkönigin Romy I. oblag es, die Leistungsschau zu eröffnen und den Besuchern viel Spaß bei ihrer Entdeckungstour zu wünschen.