Nach alter Väter Sitte

Mehr als 80 Grundschüler erleben bei „Wir ernten, was wir säen“ die Erntezeit

Bühl (red). In der Luft liegt der Geruch von Sommer und Getreide, dazu schwirren fröhliche Kinderstimmen übers Feld: Kurzum, es ist Erntezeit bei Peters gute Backstube. Mehr als 80 Kids sind eifrig damit beschäftigt, Ähren zu bündeln und auf einen riesigen Haufen zu werfen, der mit Sichel und Sense gemähte Weizen wird mit einem Dreschschlegel so fest geschlagen, dass es fast schon ein wenig staubt. Jedes Kind darf es mal ausprobieren. Schwierig? Max (9) strahlt: „Nein, es ist anstrengend, aber macht super Spaß!“

Mit dem Projekt „Wir ernten, was wir säen“ gibt Peters gute Backstube jährlich Grundschulkindern die Gelegenheit, den Weg vom Korn bis zum fertig gebackenen Brot selbst mitzuerleben. An diesem Morgen schlüpfen 80 Kinder der Grundschulen Weitenung, der Mooslandschule, der Grundschule Varnhalt und der Rheintalschule Bühl in die Rolle kleiner Bauern. Schon vor Monaten hatten die „Junglandwirte“ das Feld nach alter Väter Sitte eingesät – also per Hand auf die feine Ackerkrume. Eine kleine Blumenwiese inklusive. So wird zusätzlich das Umwelt- und Naturbewusstsein der Kinder geweckt.

Schon seit Jahrzehnten legt die Traditionsbäckerei sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit. Aber auch das Bewahren alter Traditionen liegt dem geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens, Bruno Ketterer, sehr am Herzen. Daher gibt es auch professionelle Erntehelfer: Leopold Lorenz und Heinrich Glaser von der Geschichtswerkstatt Fautenbach. Selbstverständlich ist von Peters gute Backstube auch ein qualifiziertes Team vor Ort: Elke Meier, Assistentin der Geschäftsführung und Gebietsleiter Jürgen Kammerer sowie Azubi Carolin Köhler.

Spannend sind die Geschichten, die Leopold Lorenz und Heinrich Glaser, zu erzählen wissen: „Um einen Hektar Getreide zu ernten, das ist ungefähr so viel wie ein großes Fußballfeld, musste man früher 360 Stunden hart arbeiten. Heute schafft das ein Mähdrescher in einer Stunde!“

Ausgelassenheit ist Trumpf: Wie bei Max, Maximilian und Jonas von der Rheintalschule, die mit Mordsspaß die Halme bündeln. Auch eine Schlacht mit Weizenstreu darf zwischendurch natürlich nicht fehlen. Die Mädchen Sarah Maria und Lorena finden dagegen mehr Gefallen an den Blumen. Vor allem die Sonnenblumen haben es ihnen angetan. „Dürfen wir eine für unsere Mama mitnehmen?“, fragen sie keck? Natürlich dürfen sie.