Sympathisches Laugengebäck für guten Zweck

7. August 2018 – ABB

Bühler „Gospelmännchen“ unterstützt das Karlsruher Festival „Gospel für eine gerechtere Welt“
Bühl (kkö). Das „Gospelmännchen“ ist knapp 20 Zentimeter lang, wiegt um die 100 Gramm, besteht aus Brezelteig und ist mit Sesam und Mohn bestreut. Die Figur mit ihren gen Himmel geöffneten Armen ist allerdings noch viel mehr als eine Leckerei: Peter’s Gute Backstube – der Betrieb wird die Männchen vom 1. bis 23. September in allen Filialen zwischen Karlsruhe und Offenburg verkaufen – begleitet damit den neunten Internationalen Gospelkirchentag in Karlsruhe, der am 21. September startet; jeweils zehn Cent pro Stück fließen in die Aktion „Gospel für eine gerechtere Welt“, die im Kontext mit dem Festival und als Bestandteil von „Brot für die Welt“ ins Leben gerufen wurde. Die Hintergründe der Kooperation des regionalen Betriebs mit Europas größtem Gospelfestival – bereits zum zweiten Mal in der Fächerstadt zu Gast –, skizzieren Vertreter beider Seiten in einem Pressegespräch.
Das Gospelmännchen, so erklärt es der Gesamtkoordinator des Gospelkirchentags 2018, Theologe Matthias Kleiböhmer von der Stiftung Creative Kirche, sei ein wiederkehrendes Element des Events: Es drücke die Begeisterung aus, die mit der Musik verbunden sei, und symbolisiere zugleich „die Liebe Gottes“, die Gospel transportierten. Bereits 2010, bei der Karlsruher Erstauflage des Festivals, seien als „badische Besonderheit“ einige an das Logo angelehnte Figuren gebacken worden, konzipiert als Willkommensgruß für die Besucher. Dass der Bühler Betrieb sich auf Anfrage von Stiftungsmitglied Jochen Martin bereit erklärte, die Figur in größerem Maßstab zu backen und sich mit dem Verkauf sozial zu engagieren, freut ihn sehr. „In diesem Jahr unterstützen wir Projekte rund um das Sammeln von Wasser in Kenia. Vor Ort konnten wir einige, teils seit Jahren erfolgreich etablierte Maßnahmen begutachten, von Dämmen bis hin zu Brunnen, welche von dörflichen Genossenschaften betrieben werden.“ Die Wasserarmut Kenias werde „durch unseren Wasserkonsum“ verschärft: „Am Mount Kenia zum Beispiel werden Blumen angebaut und bewässert, die wir hier kaufen. Dieses Wasser fehlt den Menschen; Frauen und Mädchen sind oft ganze Tage lang unterwegs, um den Bedarf ihrer Familien an weit entfernten Wasserstellen zu decken. Das bedeutet auch, dass die Mädchen nicht zur Schule gehen können.“ Die Devise „Global denken, regional handeln“ sieht er in der Philosophie der Backstube reflektiert. Das bestätigt Geschäftsführer Bruno Ketterer, der insbesondere den Gedanken der „Nachhaltigkeit“ vertieft. „Wir tragen die gesamte Thematik mit; hoffentlich finden sich die Menschen in der ganzen Region darin wieder.“ Über das Backen der Männchen, im Wesentlichen manuell gefertigt, beginne die soziale Komponente ja nicht erst beim Verkauf, sondern schon bei der Produktion. „Jeder, der Hand anlegt, weiß: Es ist für einen guten Zweck.“ Ohne die Bäckermeister, die sich gemeinsam mit Kundenbetreuer Ralph Christ mit viel Geduld „künstlerisch betätigt“ hätten, um das Männchen zu kreieren, wäre dies nicht möglich gewesen, so der Geschäftsführer. Christ zeigt sich optimistisch, mit der Aktion auf hohe Resonanz zu stoßen: Bei den „Honoratioren“ oberer Gremien – Martin nennt etwa den evangelischen Landesbischof – sei das Produkt bei ersten Kostproben jedenfalls auf ungeteilte Begeisterung gestoßen. Ketterer bezeichnet das Laugengebäck zudem als „sympathisch“: Ausgebreitete Arme, so sein Fazit, „sind ganz unser Thema“.